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Connect Nr. 4 veröffentlicht:

Connect Nr. 4 veröffentlicht:

Gott liebt zuerst.

Warum wir wieder von Gottes Liebe reden sollten

Ein kurzer Blick in die Straßenbahn oder auf die Titelseiten der Tageszeitungen zeigt oft ein ernüchterndes Bild: Ein rücksichtsloser und rauer Umgang miteinander. Selten räumen Menschen ihren Sitzplatz für Bedürftige. In der Weltpolitik werden nationale Interessen auf Kosten anderer durchgesetzt und dafür noch Applaus geerntet. Angst und Misstrauen verbreiten sich weiter. Wo ist das Band der Liebe geblieben? Das Miteinander, das Füreinander? Hat die Liebe dem Egoismus Platz gemacht und wurde dadurch verdrängt oder zerstört? Wie kann die Liebe wieder wachsen und blühen? Appelle zeigen wenig Erfolg. Moralische Belehrungen auch nicht. Und Argumente prallen oft wirkungslos ab. Was also dann?

Der Briefschreiber Johannes erinnert uns daran, wie Liebe entfacht und vermehrt werden kann. Vor dem Hintergrund eines tiefgreifenden Gemeindestreits schreibt er: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4,19). Johannes macht deutlich, dass unsere Fähigkeit zu lieben nicht aus uns selbst heraus entsteht. Die Liebe entfaltet sich durch die Liebe anderer. Aus der Erziehung kennen wir das gut: Die Liebe der Kinder wird durch die der Eltern geweckt. Diese Liebe der Eltern geht der Liebe der Kinder voraus. Eltern und Erzieher investieren Zeit, Energie und Geld in ihre Kinder, um sie stark, eigenständig und beziehungsfähig zu machen.

In dem erwähnten Brief spricht Johannes von Gott als der unerschöpflichen Quelle der Liebe. Mit „er“ ist Gott gemeint. So wie Eltern für ihre Kinder Opfer bringen, so hat Gott einen enormen Preis bezahlt, um Glauben, Hoffnung und Liebe in uns Menschen zu wecken und zu stärken: sein eigenes Leben. Durch Jesus Christus wurde Gott Teil unserer zu oft erbarmungslosen Welt. Er sprach von Liebe, Vergebung und Versöhnung für alle – bedingungslos, als Geschenk. Jesus verkörperte diese Liebe, ging auf die Ausgestoßenen zu. Selbst als seine Liebe auf Ablehnung stieß, blieb Jesus konsequent in seiner Liebe, ertrug Spott, Schläge und die Kreuzigung, betend: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lukas 23,34). Am Karfreitag gedenken wir der Kreuzigung Jesu. Diese selbstlose Liebe verändert uns: Sie vereint uns mit Gott – und unseren Mitmenschen. Sie lässt uns den Blick für andere öffnen, die genauso von der Liebe anderer leben wie wir. Sie verändert unser Denken und Handeln und wirkt sich auf unser Zusammenleben aus – sowohl in der Straßenbahn als auch in der globalen Politik.

Deshalb erzählt Johannes inmitten der Konflikte seiner Zeit von der Liebe Gottes. Die Erinnerung an Gottes Liebe soll den Egoismus, die Enttäuschungen und Verletzungen ausheilen und den Frieden befördern. Unsere Lebensstile, Glaubensüberzeugungen und Interessen lassen sich nicht immer in Einklang bringen. Und dennoch, so Johannes, sollten wir als Beschenkte Gottes in Liebe leben und den Zusammenhalt suchen.

Wie wird Liebe, Respekt und Zusammenhalt gefördert? Indem wir von Jesus als der Quelle der Liebe berichten. Indem wir selbst ein Vorbild sind und den Zusammenhalt suchen, auch wenn er uns etwas abverlangt. Indem wir Erfahrungen der Liebe schaffen, die die Herzen der Menschen bewegen. Der überlassene Platz in der Straßenbahn ist ebenso bedeutend wie die Erzählung von Jesus. Denn: Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.

Friedemann Heinritz

Im Connect Nr. 4 berichten wir, wie wir die Liebe Gottes bei Kinderbibelwochen oder auf Campingplätzen teilen. Du kannst Connect Nr. 4 hier herunterladen.